Modul 3

Die eigene Analysekompetenz trainieren - exemplarisch an epischen Texten

Der Auftrag zu Modul 3 ist zweiteilig:
 

(1) Hauptauftrag:

       Bitte schau dir zunächst die fünf eingereichten Beiträge zu Modul 2 auf der Feedback-Unterseite an und gib jeweils ein Feedback!

       Schreibe dazu in das Kommentarfeld unter jedem Beitrag, was dir gut gefällt und was du für verbesserungswürdig hältst.

       Du kannst dein Feedback auch mit der Vergabe von Sternen unterstützen.

(2) Noch Kraft? Dann hier der ,,Nebenauftrag":

       Unten siehst du den (Parabel-)Text ,,Heimkehr" von Franz Kafka.

       An diesem kurzen Text möchte ich beweisen, wieviele analytische Aspekte in Texten stecken können - und dass man sehr genau lesen
       sollte, um sie auch zu entdecken.

       Meine These lautet: In diesem kurzen Text finden sich mindestens zehn Aspekte, die für eine Textanalyse wichtig/aufschlussreich sind!

       Gelingt es dir, mindestens zehn Analyse-Aspekte zu finden?

       Notiere sie in das Formularfeld unten! Du kannst natürlich auch mehr als zehn Aspekte darlegen.

       Eine Bitte: Mache es selbst und kopiere keine Ergebnisse aus dem Internet hier hinein - das bringt (dir) ja nichts...

       Es genügt, Sätze in Form von Spiegelstrichen zu formulieren; es muss kein zusammenhängender Text verfasst werden.

Bitte reiche deine Abgabe(n) über das Formular unten bis spätestens Montag, 25.10., um 23:59 Uhr ein.

     Franz Kafka

     Heimkehr*
 

     Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist
     meines Vaters alter Hof. Die Pfütze in der Mitte. Altes, 
unbrauchbares Gerät, ineinander
     verfahren, verstellt den Weg zur 
Bodentreppe. Die Katze lauert auf dem Geländer. Ein
     zerrissenes Tuch, einmal im Spiel um eine Stange gewunden, hebt sich 
im Wind. Ich bin 5   angekommen. Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche? Rauch
     kommt aus dem Schornstein, der Kaffee zum Abendessen wird gekocht. Ist dir heimlich,
     fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist
     es, aber kalt steht Stück neben Stück, als wäre jedes mit seine eigenen Angelegenheiten      beschäftigt, die ich teils vergessen habe, teils 
niemals kannte. Was kann ich ihnen
10 nützen, was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Ich
     wage nicht an der Küchentüre zu klopfen, nur von der Ferne horche ich, nur von der
     Ferne horche ich stehend, nicht so, dass ich als Horcher überrascht werden könnte. Und      weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre
     ich oder glaube ihn vielleicht nur zu 
hören, herüber aus den Kindertagen. Was sonst in 15 der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren. Je
     länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man. Wie wäre es, wenn jetzt jemand
     die Tür öffnete und mich etwas fragte. Wäre ich dann nicht selbst wie einer, der sein
     Geheimnis wahren will.

Quelle: Franz Kafka, Sämtliche Erzählungen. Hg. v. Paul Raabe, Fischer Taschenbuch 1078, Frankfurt/M. 1970, S. 320f.

* Anmerkung: Der Titel ,,Heimkehr" stammt von Max Brod, dem Freund und Herausgeber der Werke Franz Kafkas, der den Text erstmals 1936 - zwölf Jahre nach dem Tod Kafkas - in dem Band ,,Beschreibung eines Kampfes" (erweiterte Ausgaben davon 1946 und 1954) veröffentlicht hat. Entstanden ist der Text nach Franz Kafkas Rückkehr von einem mehrwöchigen Kuraufenthalt im südtirolischen Meran nach Prag. Zunächst wohnt er dort bei seiner Schwester Elli, danach jedoch wieder in der Wohnung seiner Eltern am Altstädter Ring in der Prager Innenstadt.

Einreichung Modul 3

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